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Deutscher Krypto-Steuerleitfaden

Einführung

Deutschland ist für seine vorteilhafte Besteuerung von Kryptowährungsinvestitionen von Privatpersonen bekannt. Dieser deutsche Krypto-Steuerleitfaden befasst sich mit spezifischen Richtlinien des Bundeszentralamts für Steuern (BZSt), damit Sie als deutscher Steuerzahler genau wissen, welche Krypto-Aktivitäten in Ihrem Land versteuert werden müssen.

Kryptosteuern in Deutschland

In Deutschland gelten Kryptowährungen als „Privatvermögen”. Laut deutschem Steuerrecht fällt auf Privatvermögen Einkommensteuer anstelle von Kapitalertragsteuer an, wenn es sich um eine so genannte „private Veräußerung” handelt. Außerdem sind private Veräußerungen in Deutschland nach einer Haltedauer von einem Jahr nicht steuerpflichtig. Darüber hinaus gibt es in Deutschland einen Freibetrag für Gewinne von bis zu 600 EUR innerhalb von 12 Monaten nach Eingang des Privatvermögens. Dementsprechend müssen Sie, wenn Sie Ihre Kryptowährung in unter einem Jahr verkaufen und der Gewinn 600 EUR nicht übersteigt, keine Steuern darauf zahlen.

Für Krypto-Aktivitäten wie Staking, Mining und Lending gelten leicht unterschiedliche Regeln, auf die wir in diesem Leitfaden näher eingehen werden.

Deutsche Einkommensteuertarife

Da auf Kryptowährungen in Deutschland Einkommensteuer fällig ist, werden wir uns die aktuellen Einkommensteuertarife gemäß den deutschen Verordnungen für 2022 anschauen. Der für Sie gültige Tarif hängt von Ihrem Gesamteinkommen in dem Wirtschaftsjahr sowie von Ihrem Familienstand (ledig vs. verheiratet) ab.

Steuersatz Ledige Person Verheiratete Personen
0% Bis zu 9.744 € Bis zu 19.488 €
14 - 42% Bis zu 57.918 € Bis zu 115.836 €
42% Bis zu 274.612 € Bis zu 549.224 €
45% Mehr als 274.612 € Mehr als 549.224 €

Beispiel: Wenn Sie als lediger deutscher Steuerzahler pro Jahr aus Ihrer regulären Arbeit 55.000 EUR verdienen, aber aus Ihrem Kryptowährungshandel einen Gewinn von 10.000 EUR erzielen, würden Sie in den Steuertarif von 42 % fallen, da Ihr Jahresgesamteinkommen bei 65.000 EUR liegt.

Einkommen unter 600 EUR

In Deutschland gilt Krypto als „Privatvermögen”. Gemäß § 23 des deutschen Einkommensteuergesetzes sind kumulierte Gewinne aus Privatvermögen steuerfrei, wenn ihr Gesamtwert weniger als 600 EUR beträgt.

Das bedeutet, dass Sie möglicherweise Einkommensteuer entrichten müssen, wenn Sie Ihre Kryptowährung innerhalb eines Jahres nach deren Erwerb verkaufen. Wenn Ihr Gesamtgewinn aus diesen Kryptoveräußerungen weniger als 600 EUR pro Jahr beträgt, bleibt dieser steuerfrei.

Kurzfristiger und langfristiger Handel

Im deutschen Steuerrecht ist Zeit von elementarer Bedeutung. Der Umgang mit Privatvermögen mit einer Haltedauer von weniger als einem Jahr unterscheidet sich grundlegend von dem mit einer Haltedauer von mehr als einem Jahr.

In Bezug auf kurzfristigen Handel gilt Folgendes: Wenn Sie als deutscher Steuerzahler einen Gesamtgewinn von mehr als 600 EUR aus Kryptowährungsverkäufen erzielen und die Vermögenswerte, mit denen Sie diese spezifischen Gewinne erzielt haben, weniger als ein Jahr lang halten, werden Ihre Gewinne als Einkommen besteuert (gemäß der Einkommenssteuertariftabelle im vorherigen Abschnitt). Dies umfasst sowohl den Verkauf von Krypto gegen eine Fiat-Währung ALS AUCH den Umtausch in eine andere Kryptowährung.

Beispiel: Lea kauft im Januar 2020 0,5 ETH im Wert von 1.000 EUR. Im Juli 2020 verkauft sie ihre Kryptowährung mit Gewinn für 1.200 EUR. Obwohl sie es innerhalb eines Jahres nach dem Erwerb verkauft hat, fällt der Gewinn von 200 EUR unter die Steuerfreigrenze von 600 EUR, sodass Lea auf diesen Gewinn keine Steuern zahlen muss.

In Bezug auf langfristigen Handel gilt Folgendes: Privatvermögen, einschließlich Kryptowährungen, das länger als ein Jahr als Privatperson in Deutschland gehalten wird, unterliegt nicht der Steuerpflicht. Einfach ausgedrückt: Halten Sie Ihre Kryptowährungen für eine Dauer von mehr als einem Jahr, bevor Sie Gewinne erwirtschaften – dann sind diese Gewinne in Deutschland steuerfrei!

Beispiel: Lea beschließt, im Januar 2021 weitere ETH zu erwerben, und kauft 5 ETH im Wert von 12.000 EUR. Sie hält ihre Kryptowährung bis März 2022 verkauft sie dann für einen Betrag von 14.000 EUR. Sie hat einen Gewinn von 2.000 EUR erwirtschaftet, aber da sie das Privatvermögen (ETH) mehr als ein Jahr lang gehalten hat, sind alle daraus resultierenden Gewinne steuerfrei.

Welche Krypto-Aktivitäten unterliegen in Deutschland der Steuerpflicht?

  • Kryptowährungen, die Sie in demselben 12-Monats-Zeitraum verkaufen, in dem Sie sie erworben haben, sofern Ihr Gesamtgewinn in diesem Zeitraum mehr als 600 EUR beträgt.
  • Staking Rewards
  • Mining Rewards
  • Einnahmen aus Zinsen oder Ähnlichem durch die Nutzung eines DeFi-Protokolls, z. B. einer Kreditplattform

Welche Krypto-Aktivitäten unterliegen in Deutschland nicht der Steuerpflicht?

  • Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen, nachdem diese länger als ein Jahr gehalten wurden
  • Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen in demselben 12-Monats-Zeitraum, in dem Sie diese erworben haben, sofern Ihr Gesamtgewinn weniger als 600 EUR beträgt.

DeFi: Lending und Zinsen

Vor Kurzem hat die deutsche Finanzverwaltung klargestellt, dass DeFi-Kreditvergabeprotokolle und die daraus resultierenden Zinsen gemäß § 22 Nr. 3 EStG steuerpflichtig sind. In Ihren Leitlinien heißt es: „Die Erzielung von Einkünften aus der vorübergehenden Nutzung beruht auf einer vom Steuerpflichtigen erbrachten Dienstleistung. Einheiten einer virtuellen Währung und andere Token, die für die Nutzungsüberlassung erhalten werden, werden gekauft und sind mit dem Marktkurs zum Zeitpunkt des Kaufs zu bewerten.”

Tausch von Kryptowährungen in Fiat-Währungen

Wie weiter oben in diesem Leitfaden erwähnt, wird der Verkauf von Privatvermögen, wie etwa Kryptowährungen, in Deutschland als private Veräußerung betrachtet. Das bedeutet, dass Ihre Gewinne der Einkommensteuer unterliegen, wenn Sie Ihre Kryptowährung innerhalb eines Jahres nach dem Erwerb gegen eine Fiat-Währung verkaufen und der Gewinn über 600 EUR liegt. Ihre Gewinne sind steuerfrei, wenn Sie Ihre Kryptowährung mehr als ein Jahr nach ihrem Erwerb gegen eine Fiat-Währung verkaufen.

Beispiel: Gunther kauft im Januar 2021 1 BTC im Wert von 25.000 EUR. Im April 2022 verkauft er seinen 1 BTC dann für einen Betrag vom 29.500 EUR. In diesem Fall hat Gunther einen Gewinn von 4.500 EUR erzielt, der jedoch nicht versteuert wird, da der Verkauf mehr als ein Jahr nach dem Erwerb des 1 BTC stattfand.

Tausch von Kryptowährungen gegen Kryptowährungen

In Deutschland gilt der Tausch von Kryptowährungen gegen Kryptowährungen als private Veräußerung; ein Privatvermögen wird gegen ein anderes eingetauscht. Dementsprechend ist die Transaktion versteuerbar, wenn: aus dem Tausch ein Gewinn erzielt wurde, der Gewinn 600 EUR übersteigt und der Tausch innerhalb eines Jahres nach dem Erwerb des ersten Krypto-Vermögenswertes stattgefunden hat.

Beispiel: Lea beschließt, ihren 1 BTC für einen Betrag, der genau 30.000 EUR entspricht, in 10 ETH zu tauschen. Aus diesem Umtausch wurde kein Gewinn erzielt, was bedeutet, dass auf diese spezielle Tauschtransaktion keine Steuern anfallen.

Kryptowährungen als Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen

In Deutschland werden Kryptowährungen, die als Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen verwendet werden, auf genau die gleiche Weise behandelt, wie eine Transaktion zwischen zwei Kryptowährungen, so wie im vorigen Absatz erklärt.

Beispiel: Gunther kauft im Februar 2021 0,5 BTC im Wert von 15.000 EUR und verwendet dann diese 0,5 BTC, um sich im Oktober 2021 ein neues Auto zu kaufen. Im Oktober 2021 war der Wert seiner 0,5 BTC auf 20.000 EUR gestiegen, weshalb er auf den Gewinn von 5.000 EUR Steuern zahlen muss. Hätte Gunther bis nach Februar 2022 gewartet, um sich mit seinen 0,5 BTC ein neues Auto zu kaufen, dann hätte er keine Steuern zahlen müssen, da der versteuerbare Zeitraum von einem Jahr dann abgelaufen gewesen wäre.

Staking Rewards

Wenn Sie als deutscher Steuerzahler Staking Rewards erhalten, sollten diese in der Regel gemäß § 22 Nr. 3 des deutschen Einkommensteuergesetzes der deutschen Einkommensteuer unterliegen. Derzeit müssen Sie die Staking Rewards auf der Grundlage ihres Wertes zum Zeitpunkt des Erhalts als Einkommen verbuchen. In diesem Fall würde die 12-monatige Frist seit dem Erwerb des Vermögens und die damit verbundene Steuerfreiheit wieder relevant werden. Wir empfehlen Ihnen, Ihren örtlichen Steuerberater zu konsultieren, um die beste Lösung für Ihre persönlichen Umstände zu finden.

Mining Rewards

Ähnlich wie Staking Rewards unterliegen in Deutschland auch Mining Rewards im Allgemeinen der Einkommensteuer. Derzeit umfasst dies Block Rewards und alle erhaltenen Gebühren. Derzeit müssen Sie die Mining Rewards auf der Grundlage ihres Wertes zum Zeitpunkt des Erhalts als Einkommen verbuchen. In diesem Fall würde die 12-monatige Frist seit dem Erwerb des Vermögens und die damit verbundene Steuerfreiheit wieder relevant werden. Wir empfehlen Ihnen, Ihren örtlichen Steuerberater zu konsultieren, um die beste Lösung für Ihre persönlichen Umstände zu finden.

Airdrops

In der Welt der Kryptowährungen können Sie Airdrops erhalten – eine bestimmte Anzahl an Token, die der Nutzer erhält, ohne dass hierfür eine Dienstleistung oder ein Kauf erforderlich ist. Die deutschen Steuerbehörden betrachten Airdrops, bei denen die Teilnehmer diese Vermögenswerte nach dem Zufallsprinzip erhalten, ohne etwas dafür tun zu müssen, ähnlich wie einen Lotteriegewinn, da es keinen Kaufvorgang gibt. Ohne Kaufvorgang kann es auch keine anschließende Verkaufstransaktion geben. Das bedeutet, dass zufällige Airdrops in Deutschland steuerfrei sind. Gemäß den neuesten Richtlinien des BMF werden Airdrops, bei denen die Teilnehmer aktiv an der Bereitstellung von Informationen oder Diensten als Gegenleistung für den Airdrop teilnehmen, als sonstige Einkünfte behandelt.

Beispiel 1: Lea hat Anfang 2021 die ENS-Domäne leaiscool.eth registriert. Im Zuge des ENS-Airdrop erhielt sie 1.000 ENS, ohne etwas Bestimmtes dafür tun zu müssen. Sollte Lea beschließen, ihre 1.000 ENS zu verkaufen, wären die daraus erzielten Gewinne gemäß der Richtlinie der deutschen Steuerbehörden steuerfrei.

Beispiel 2: Lea hat herausgefunden, dass ihr Lieblings-Token-Projekt einen Airdrop veröffentlicht und dass die Nutzer einen Teil dieses Drops erhalten können, wenn sie an 3 einfachen Aufgaben auf dem Protokoll teilnehmen. Lea schließt die 3 Aufgaben ab und erhält dafür 10.000 FUN-Token. Da sie eine Dienstleistung erbracht hat, können diese Token vom BMF wie alle anderen sonstigen Einkünfte behandelt werden. Lea sollte sich in diesem Fall an ihren örtlichen Steuerberater wenden.

NFTs

Es gibt zwar keine spezifischen Richtlinien der deutschen Steuerbehörden für NFT-Token, aber es kann davon ausgegangen werden, dass für NFTs als Kryptowährungswerte die gleiche Art von Einkommensteuer wie für andere Kryptowährungswerte in der Region anfällt. Das bedeutet, dass Sie als deutscher Steuerzahler, wenn Sie ein NFT kaufen und es anschließend mit Gewinn veräußern, Steuern zahlen müssen, je nachdem, wie lange Sie das NFT gehalten haben und/oder wie hoch Ihr Gewinn war.

Beispiel: Gunther kauft im Februar 2020 einen CryptoPunk für 1 ETH im Wert von 200 EUR. Anschließend verkauft er seinen CryptoPunk im April 2022 für 100 ETH im Wert von 300.000 EUR. Gunther hat seinen CryptoPunk für mehr als ein Jahr gehalten, weshalb sein Gewinn von 299.800 EUR steuerfrei ist.

Kryptowährungen als Gehalt

Wenn Sie Kryptowährungen als Teil Ihres Gehalts von Ihrer Arbeitsstelle erhalten, werden sie zum Zeitpunkt des Erhalts als Einkommen besteuert. Sie würden sie als Teil des normalen Einkommens in Ihrer jährlichen Steuererklärung angeben.

Bis wann muss ich als deutscher Staatsbürger meine Krypto-Steuererklärung abgeben?

In Deutschland läuft das Wirtschaftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember, wobei die jeweiligen Steuererklärungen am 31. Juli fällig sind, es sei denn, dieses Datum fällt auf ein Wochenende; in diesem Fall verschiebt sich das Fälligkeitsdatum auf den nächsten Wochentag. Für das Wirtschaftsjahr 2021 müssen Sie Ihre persönliche Steuererklärung bis zum 1. August 2022 abgeben.

Bilanzierungsmethoden

Die deutschen Steuerbehörden empfehlen die Anwendung der First-in First-out(FIFO)-Methode zum Bestimmen Ihrer Krypto-Steuern. FIFO bedeutet, dass Ihre eventuellen Gewinne auf Grundlage der zuerst gekauften Kryptowährungen berechnet werden – diese werden als die zuerst verkauften betrachtet.

Wie Ihnen CryptoTaxCalculator helfen kann

Bei CryptoTaxCalculator haben wir erkannt, dass Erfahrungen am besten in der Muttersprache gemacht werden sollten. Deshalb haben wir unsere gesamte Plattform ins Deutsche übersetzt, sodass Sie als deutscher Nutzer die Möglichkeit haben, zwischen der englischen und der deutschen Version der CryptoTaxCalculator-App zu wechseln.

Darüber hinaus haben wir dafür gesorgt, dass Sie alle Ihre Krypto-Aktivitäten einfach an einen Ort importieren können. Mithilfe unserer Integrationen können Sie entweder Ihre öffentliche Wallet-Adresse, einen API-Schlüssel und/oder eine CSV-Datei verwenden, um Ihre Krypto-Transaktionshistorie in die Plattform zu importieren. Sobald Sie dies für alle Ihre relevanten Datenquellen getan haben, wird unser Algorithmus den Großteil Ihrer Transaktionen automatisch gemäß den BZSt-Richtlinien kategorisieren. Wenn es noch offene Transaktionen gibt, die abgeglichen werden müssen, können Sie aus einer Reihe von Transaktionstypen wählen. Sobald alle Ihre Transaktionen abgeglichen wurden, können Sie für jedes Wirtschaftsjahr einen Steuerbericht gemäß den BZSt-Richtlinien erstellen.

Und das ist noch nicht alles! Wir wenden automatisch die FIFO-Bestandsmethode auf Ihre Transaktionen an, wenn Sie sich als deutscher Benutzer registrieren, sodass Sie sicher sein können, dass Ihr Abschlussbericht den BZSt-Richtlinien entspricht. Die Plattform wendet außerdem automatisch EUR-Währungsumrechnungen auf jede Ihrer Krypto-Transaktionen an, sodass Sie stets einen Überblick über die Positionierung Ihres Portfolios in Fiat-Währung haben.

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Shane Brunette

CEO

Shane Brunette founded CTC back in 2018 after dealing with his own crypto tax nightmare. He has worked closely with accountants and tax lawyers to make it easy for fellow cryptocurrency users to be tax compliant.

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